„Mein Zuhause ist meine Burg“ lautet eine Online-Übersetzung des bekannten Spruchs „my home is my castle“. Was also liegt näher, als dass sich ein Hausbauunternehmen auf seinem Blog auch mal mit Burgen beschäftigt. Wenngleich wir natürlich Verfechter der modernen Holzfertigbauweise sind, üben die alten Gemäuer doch auch auf uns eine gewisse Faszination aus. Hier sind sie also: unsere sieben Burgentipps, die alle einen Ausflug wert sind.

Die Ausflugsburgen

Gut erhalten, zerstört und wieder aufgebaut oder bis auf die Grundmauern geschleift und über die Jahrhunderte vergessen. Die Burgen in Deutschland haben ganz unterschiedliche Schicksale hinter sich. Nach einer Schätzung des Europäischen Burgeninstituts liegt die Zahl der mittelalterlichen Wehrbauten bei mindestens 25.000. Darunter finden sich Gipfel-, Felsen-, Kamm-, Sporn-, Hang-, Insel- und Brückenburgen, oder, nach ihrer Funktion unterschieden auch Lehens-, Flucht-, Trutz-, Zwing- und Zollzollburgen plus Königspfalzen. Wir hier kennen nur eine einzige Kategorie: Die Ausflugsburgen!

Burg Hohenzollern: Stelle frei auf Kaiserburg

Einsteigen wollen wir mit der Burg Hohenzollern in Baden-Württemberg. Der schwäbische Stammsitz der Fürsten von Hohenzollern thront weithin sichtbar auf seinem 855 Meter hohen Berg. Preußische Könige und deutsche Kaiser waren hier die Haus-, besser Burgherren, und entsprechend majestätisch präsentiert sich die Anlage. Kenner sehen dem Türme-Ensemble natürlich an, dass es sich hierbei nicht um ein mittelalterliches Bauwerk, sondern um eine Burganlage im neugotischen Stil handelt; wenn auch eine der imposantesten Deutschlands. Ihr Vorgänger war 1423 völlig zerstört worden, die aktuelle Burg ließ König Friedrich Wilhelm IV. ab 1850 neu errichten.



Heute zieht die Zollernburg hunderttausende von Besuchern aus der ganzen Welt an und neben den musealen Sammlungen herrscht hier oben ein ganzjährig reges Treiben; mit Konzerten, Open-Air-Kino und einem tollen Weihnachtsmarkt.

Und übrigens: Die Burg ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das zirka 180 Mitarbeiter beschäftigt. Da wird sicher immer ´mal wieder eine Stelle frei…


Reichsburg Cochem: aristokratisch-bürgerliche Trau-Location

Auf einem Felsen, mehr 100 Meter über den Wassern der Mosel, steht in Rheinland-Pfalz die Reichsburg Cochem. Wohl ums Jahr 1000 von einem Pfalzgrafen namens Ezzo erbaut und anno 1688 von Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV in Brand gesteckt, wurde die heutige Burg im 19. Jahrhundert von einem Berliner Kaufmann wieder aufgebaut. So diente sie einer bürgerlichen Familie lange Jahre als cooler Sommersitz und ist mittlerweile eine Veranstaltungs-Location mit ganzjährig buntem Programm.

Gourmetfest, Mittelalterburgfest, Theaterabend und jede Menge Rittermahle mit rustikalem Essen und mittelalterlichem „Schabernack unt Kurtzweyl“: Auf der Cochemer Burg ist viel los, und wer will, kann in der ehemaligen Burgkapelle standesamtlich heiraten – Hochzeitskutsche, roter Teppich, Blumendeko, Sektempfang, Pianist und Profifotograf inklusive!


Burg Eltz: das Mittelalter pur

In einem Seitental der Mosel nahe Koblenz (Rheinland-Pfalz) erhebt sich auf einem 70 Meter hohen Fels die Burg Eltz. Im Jahr 1157 bekam sie Rudolf von Eltz zum Geschenk und nach über 800 Jahren ist sie mit dem Eigentümer Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich bis heute im Familienbesitz. Nach langer Belagerung ergaben sich 1336 die Herren zu Eltz und die meisten Befestigungsanlagen der Burg wurden geschleift.

So sehen wir jetzt eine „befestigte Wohnanlage“ in Form einer Randhausburg mit acht eng um den Innenhof gruppierten Wohntürmen. In ihren mehr als 100 Räumen lebten bis zu 100 Familienmitglieder dreier Stammeslinien der Eltzer und nochmal so viele Bedienstete. Weil über die Jahrhunderte nicht zerstört, atmet man hier die Geschichte seit des Mittelalters. Mit ihren kostbaren Gold- und Silberschmiedearbeiten, einigen Kuriosa und Waffen sowie anderem Wertvollen gilt die Rüst- und Schatzkammer der Burg Eltz als eine der europaweit bedeutendsten ihrer Art. Wie alles kann sie bei einer Burgführung besichtigt werden.


Wartburg: Welterbe der Menschheit

Wer würde sie nicht kennen, die berühmte Wartburg oberhalb der thüringischen Stadt Eisenach. Der Sage nach ab 1067 erbaut, spiegeln sich 1000 Jahre deutscher Geschichte in ihr wider. Alle waren sie hier: Walther von der Vogelweide – Martin Luther – Johann Wolfgang von Goethe. Und natürlich die Studenten anno 1817, als sie mit ihrem legendären Wartburgfest einem freien Nationalstaat den Weg bahnten.

1999 wurde die Anlage von der UNESCO zum „Welterbe der Mensch¬heit“ erklärt.
Oper, Konzert, Festival sind heute die großen Events auf der Burg, die mit ihren Sammlungen und Ausstellungen für Kultur- und Geschichts-Fans ein absolutes Muss ist. Führungen gibt es für Gruppen, Schulklassen und Familien. Um 20:00 Uhr fällt das Burgtor ins Schloss.

Burg Stahleck: Ort für die Jugend

Ein römisch-deutscher König feierte an diesem Ort, Ministeriale der Familie Knebel von Katzenelnbogen arbeiteten hier, zwischendurch wurden die Mauern von spanischen Soldaten gegen schwedische Truppen verteidigt, und später war das Anwesen Eigentum des französischen Staats – bis der es an das Königreich Preußen abgeben musste. Die Burg Stahleck im rheinland-pfälzischen Oberen Mittelrheintal blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Wahrscheinlich bereits im 11. Jahrhundert erbaut, beherbergt sie heute eine Jugendherberge.

Für den Burgenfan ist das gut und schlecht. Gut, weil man als junger Mensch oder Familie tolle Tage in mittelalterlichem Flair verbringen kann. Schlecht, weil das Innere der Anlage wegen des Herbergsbetriebs für sonstige Besucher geschlossen ist. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Wegen des herrlichen Rundblicks, wegen der romantischen Fachwerk-Stadt Bacharach ihr zu Füßen – und weil man die Höhenburg als eine steile Zwischenstation auf dem „RheinBurgenWeg“ auf Schusters Rappen erobern kann.


Burg zu Burghausen: die längste der Welt!

Schon allein die Hauptburg der Burg zu Burghausen hinter ihrer schützenden Schildmauer ist beeindruckend. Doch gewaltig ist die Gesamtanlage, die mit sechs Burghöfen, Maurern, Türmen und Gebäuden insgesamt über einen Kilometer lang ist!

Nach einer ersten Grafenburg aus dem 11. Jahrhundert wurde die Burganlage der Wittelsbacher ab 1235 mehrere hundert Jahre lang zur imposanten Residenz ausgebaut, die heute noch hauptsächlich erhalten ist. Mit 1051 Metern Länge gilt die Anlage oberhalb der Altstadt von Burghausen als längste Burganlage Europas - und seit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sogar als längste Burg der Welt.

Das reicht schon für einen Besuch aus. Wer dem ganzen noch mehr Bedeutung geben möchte, kann hier eine Location mieten: Für Stehempfänge oder standesamtliche Trauungen steht die Torwärterstube zur Verfügung, die Dürnitz eignet sich auch für Konzerte und Ausstellungen, darüber hinaus gibt´s noch eine gotische Halle und zwei größere Kapellen, in denen man sich kirchlich trauen lassen kann.


Marksburg: bestens erhalten

Der Grundriss der Marksburg geht auf das 13. Jahrhundert zurück, was man heute sieht, stammt überwiegend aus dem 14. Jahrhundert. Das faszinierende an dem mittelalterlichen Gemäuer ist, dass es sich bei der Höhenburg oberhalb der Stadt Braubach um die einzige am Mittelrhein handelt, die nie zerstört wurde. So kann man bei einer rund einstündigen Führung die erhaltenen, typischen Innenräume wie Burgküche, Rittersaal, Kemenate, Kapelle, Rüstkammer, Weinkeller, Wehrgänge und Turmstuben besichtigen und dabei ganz in die alten Zeiten eintauchen.

Hier oben hat die Deutsche Burgenvereinigung e.V. ihren standesgemäßen Vereinssitz und ihre Geschäftsstelle. Das wäre doch auch ein netter Arbeitsplatz…


Quellen:
https://www.burg-hohenzollern.com
https://www.burgen.de/deutschland/cochem/
https://www.burg-eltz.de/de
https://www.wartburg.de
https://www.regionalgeschichte.net
https://www.burg-burghausen.de
https://www.marksburg.de

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