Anfang März besuchten wir unseren neuen Partner Mellifera e. V. in Rosenfeld, am Fuße der Schwäbischen Alb. Neue Bekanntschaften, neu erworbenes Wissen, gute Besprechungen und viel Schnee – alles in allem war es ein rundum schöner und informativer Ausflug.

Seit kurzem arbeiten wir mit dem gemeinnützigen Verein Mellifera e. V. im Rahmen unserer Bieneninitiative zusammen. Konkret heißt das, dass wir seit 2018 jeder Bien-Zenker Baufamilie eine persönliche Bienen- und Blühpatenschaft über 3 Jahre von Mellifera schenken. Nun wollten wir uns einmal den Verein vor Ort anschauen und unsere neuen Partner persönlich kennenlernen.

Bereits die Hinfahrt durch eine wunderschöne Schneelandschaft mit Blick auf die Schwäbische Alb hatte etwas für sich. Nach einem herzlichen Empfang von Michael Slaby, zuständig bei Mellifera e. V. für Firmenkooperationen, und einem gegenseitigen Kennenlernen lauschten wir gebannt dem Mellifera-Imkermeister Norbert Poeplau und dem Garten- und Landschaftsbauer Matthias Klose-Kanniga. Dabei erfuhren wir sehr viel Interessantes über Bienen, die heutige Imkerschaft und Blühlandschaften, was wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten.

Sofort überlegten wir, was wir davon denn wohl bei unserem Bienenhaus, das wir gerade an unserem Standort in Schlüchtern bauen, selber umsetzen können. Besonders klasse war die Besichtigung des Bienen-Erlebnisgartens, der sich wenige Gehminuten hinter dem Vereinssitz befindet. 

 

Bienenwissen: So ticken Imker heute

Norbert Poeplau erklärte uns, dass sich die Imkerschaft im Laufe der Zeit sehr stark verändert hat. Während es den Imkern in der Nachkriegszeit vor allem darum ging, Honig zu produzieren, steht bei den „neuen Imkern“ vor allem die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Sie sehen einen Zusammenhang zwischen Naturgeschehen und Honig, sind also viel ökologischer eingestellt und betreiben ihr Hobby nicht nur des Honigs willen. Sie erachten das Wohlbefinden der Bienen als sehr wichtig, wohingegen dies früher die Imker nicht sehr interessierte. Außerdem steigen immer mehr Frauen in die Imkerei ein, was sich auch in den Imkerkursen von Mellifera zeigt.

Ein sehr schöner Nebeneffekt, wenn man mit Bienen zu tun hat, ist die veränderte Wahrnehmung: Man läuft viel bewusster durch die Landschaft und schaut, welche Blumen nicht nur schön, sondern auch bienenfreundlich sind. 

 

Blühflächen: Heimat für Bienen, Mensch und Natur

Da dachten die botanischen Laien unter uns, man müsste nur einmal säen und schon kann man sich das ganze Jahr über an einer Blütenpracht erfreuen. Nix da! Der Gartenexperte Matthias Klose-Kanniga, der sehr eng mit Mellifera e. V. zusammenarbeitet, belehrte uns eines Besseren.

Es gibt tatsächlich so einiges zu beachten, wenn man eine bunte Blütenpracht das ganze Jahr über haben möchte. In der Regel muss man zwei bis drei Mal im Jahr Samen streuen. Und das Ziel sollte nicht nur eine schöne Blühlandschaft sein, nein, diese muss auch gut für die Bienen sein. Denn nur eine vielfältige Pollenversorgung sorgt für vitale Bienen. Das Stichwort hier lautet „Bienengesundheit“: Um diese zu gewährleisten, müssen Pollen und Nektar das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Sprich, je vielfältiger die Landschaftsstruktur, umso glücklicher die Bienen!

Daher ist es unglaublich wichtig, sogenannte Bienenweiden zu schaffen, die speziell dafür ausgerichtet sind, dass viel Bienenfutter entsteht. Hierfür kann man regionale Saatmischungen nutzen oder selber gezielt entsprechende Blumen pflanzen. Die schöne, besonders abends duftende Nachtviole zum Beispiel eignet sich hervorragend dafür. Auch der anpassungsfähige Mohn und der hübsche, trockenresistente Natternkopf sind zu empfehlen. Mit Bienenweiden kann man also den Boden aufwerten: Hübsche Blumen pflanzen und gleichzeitig etwas Gutes für die Bienen tun. 

 

Bienen mit allen Sinnen – Der Mellifera Bienenlehrpfad

Nach den beiden Vorträgen lernten wir Sarah Bude kennen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei Mellifera e. V.. Gemeinsam stapften wir zum Bienenerlebnisgarten, der mit einer dicken Schneedecke bedeckt war. So konnten wir leider nur erahnen, wie es dort im Frühling und Sommer brummt und summt. Doch die winterliche Schneelandschaft Rosenfelds hatte natürlich ihren eigenen Reiz.

Die Bienen überwinterten derzeit noch friedlich auf ihrem Honig in den Brutkästen. Norbert Poeplau demonstrierte zwar die verschiedenen Formen und Zwecke der Kästen, doch betonte er, dass es bei diesem Bienenlehrstand primär weder um die Frage des richtigen Bienenkastens noch um die Honigproduktion ginge. Vor allem der Naturschutzgedanke und das Erlebnis stehen im Vordergrund. Man schaut und fragt sich: Wie klein sind die Eier? Wie bunt sind die Pollenfarben? Wie duftet ein Bienenvolk? Wie warm ist es im dem Bienenvolk?

Die Besucher erleben die Bienen mit all ihren Sinnen, gerade im Sommer ist der Bienengarten ein regelrechtes Sound- und Dufterlebnis. Wenn man das hautnah miterlebt, ist man in einer ganz anderen Welt, da ist der Kasten egal. Genau dieses Erlebnis ist es, was sich auch bei den kleinen Besuchern, wie Kindergartengruppen, tief einprägt. Gerade diese haben keinerlei Berührungsängste, im Gegenteil, sie freuen sich, wenn sie den Honig aus der Wabe „schlotzen“ dürfen und erfahren, wie der Honig im Original schmeckt. Der pädagogische Aspekt spielt also eine große Rolle.

Wenn man einmal in diese Welt der Bienen eingetaucht ist, schaut man weiter in die Landschaft: Man sieht das Wasser und die Blütenvielfalt, die je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich ist, ist die Wiese nur grün oder bunt? Wird sie am Mittag gemäht, wenn Bienen unterwegs sind, oder abends, wenn sie schlafen? Man gewinnt eine ganz neue Wahrnehmung und ein ganz neues Bewusstsein.      

 

Vielen Dank an Michael Slaby, Sarah Bude und Norbert Poeplau von Mellifera e. V. als auch Matthias Klose-Kanniga für einen sehr schönen und höchst interessanten Tag! 

Seien Sie gespannt auf weitere Blogartikel mit vielen Bienenfakten und Wissenswertem über Hobby-Imker.  

Weitere Informationen zu bienenfreundlichen Pflanzen gibt es auf: www.bluehende-landschaft.de Der Bienenerlebnisgarten kann jederzeit besichtigt werden. Er befindet sich an der Fischermühle in 72348 Rosenfeld. Mehr Informationen zu Mellifera e.V. gibt es auf: www.mellifera.de