Eine Dachbegrünung senkt die Temperatur in den Räumen darunter. Angesichts unserer zunehmend heißen Sommer ein gewichtiges Argument. Und es gibt eine Reihe weiterer Argumente dafür, Dächer grün, bunt und lebendig zu machen. Hier vier gute Gründe für ein Gründach.

 

I. Verbesserung des Stadtklimas

Pflanzen auf den Dächern verbessern die Luftqualität, indem sie Schadstoffe aus Luft herausfiltern und so die Feinstoffbelastung senken. Außerdem wird die Kanalisation durch das Substrat auf den Dächern entlastet, weil es das Regenwasser zurückhält, und zudem erhalten Insekten und kleinere Säugetiere wichtigen Lebensraum. Insbesondere Bienen freuen sich über die neuen Grünanlagen auf den Dächern von Eigenheimen.


II. Wärmedämmung und Wärmeschutz

Im Sommer kühlere Räume genießen und im Winter Heizkosten sparen. Wie das geht? Ganz einfach. Durch das Substrat wird die Dachoberfläche nicht überhitzt. Das Niederschlagswasser trägt ebenfalls dazu bei. Denn es wirkt wie ein Eis für den Menschen in der Hitze: Es kühlt das Dach ab. Lava, Bims oder Ton werden so, gepaart mit Pflanzen und Moos, zur natürlichen Klimaanlage. Im Winter sorgt das Gründach für zusätzlichen Wärmeschutz.

 

III. Erhöhter Gebrauchswert, optimale Wohnqualität

Einfach mal die Seele baumeln lassen, einfach mal im Grünen zur Ruhe kommen. Wer in Ballungsgebieten lebt oder plant, sich dort niederzulassen ist mit der Suche nach einem ruhigen Plätzchen ganz für sich allein inmitten der Natur bestimmt vertraut. Leider – wie sollte es auch anders sein – tummeln sich in öffentlichen Grünanlagen viele Menschen, die alle dasselbe Ziel verfolgen: Zwischen Blumen und Bäumen, Bienen und Schmetterlingen den Kopf abschalten.

Weil Baugrundstücke gerade im urbanen Bereich teuer und klein sind, kann ein begrüntes Flachdach die perfekte Alternative zum Garten bieten. Extensive Dachbegrünung, also sechs bis 20 Zentimeter Hauswurze, Moose oder niedrige Blumen und Kräuter bieten sich zum Entspannen an. Wer mehr als nur Rasen und Kräuter wünscht, darf die Blumen gegen Sträucher und Hauswurze gegen Bäumchen austauschen. Somit entsteht eine einmalige Wohlfühloase durch die intensive Dachbegrünung. Ob intensives oder extensives Gründach, die Wohnqualität aber auch der Gebrauchswert des Eigenheims steigt durch Pflanzen, Moos und Co.

 

IV. Zuschüsse und reduzierte Abwassergebühren

Grün ist schön, doch lohnt sich das auch finanziell? Die Dachbegrünung gilt als nachhaltige Zukunftsinvestition, welche sowohl finanzielle, als auch ökologische Renditen abwirft. Doch allein die Materialkosten können sich je nach Dachart und Dachgröße summieren. Bei einer extensiven Begrünung können leicht 20 - 50 Euro pro Quadratmeter entstehen. Für eine intensive Begrünung fallen locker auch mal 50 - 100 Euro pro Quadratmeter an. Das weiß auch der Staat. Daher bieten viele Kommunen attraktive Fördermaßnahmen an. Auch die KfW-Bank unterstützt das Multitalent Dachbegrünung mit diversen Förderprogrammen, um den Geldbeutel der Häuslebauer zu entlasten. Und viele Städte unterstützen Gründachbesitzer mittels gesplitteter Abwassersatzung, was zu geringeren Gebühren führt, von Kostenersparnissen bei den jährlichen Niederschlagwassergebühren bis zu zinsgünstigen Krediten: Grüne Dächer schonen langfristig den Geldbeutel.

 

Fünf Schritte zum Gründach: 


Schritt 1:

Die Planung und Montage von Schutzvorrichtungen und Absturzvorrichtungen schenken dem zukünftigen Dach auch seine sichere Seite.

 

Schritt 2:

Saubere Dachfläche und robuste Wurzelfolie verlegen, um Durchwurzelung zu vermeiden.

 

Schritt 3:

Schutzvlies, Filtervlies und Festkörperdrainage verlegen

 

Schritt 4:

Kontrollschacht einsetzen

 

Schritt 5:

Substrat aufbringen, Saatgut und/oder Pflanzen verteilen und alles gut bewässern



Quellen:
KfW
Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V.

BuGG Bundesverband Gebäude Grün e.V.
Hafen City Universität


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