Im April sind auf dem Bien-Zenker Gelände in Schlüchtern 18 Bienenvölker in das Bienen-Begegnungshaus eingezogen. Seitdem sind die Bienchen fleißig und haben sogar schon den ersten hauseigenen Bien-Zenker Honig produziert. Jetzt, wo langsam die Winterruhe einkehrt, hat ihr Imker Michael Sperzel Zeit, uns einige Fragen zu beantworten.

 

Name: Michael Sperzel
Alter: 45
Beruf: Imker
Ausbildung: Schreiner/Tischler
Tätigkeitsbeschreibung: Hobby zum Beruf gemacht
Motto: Eine Hand voll guter Menschen können die Welt verändern

 

Hallo Herr Sperzel, beginnen wir mal ganz am Anfang: Wie sind Sie zu den Bienen gekommen? Haben die Tiere Sie schon als Kind fasziniert, oder kam das Interesse erst später?

Sperzel: Die Faszination war schon immer da. Mittlerweile imkern wir in der vierten Generation und jeder in unserer Familie ist etwas bienenverrückt auf seine Weise.

 

Wann haben Sie dann konkret entschieden, Imker zu werden? Und was waren die Beweggründe?

Sperzel: Das Hobby zum Beruf zu machen, kam bei mir mit meinem dreißigsten Geburtstag. Da habe ich entschieden, mit meiner Frau und meiner Mutter unseren Hofladen zu eröffnen. Bienen und dessen Produkte sind so faszinierend, dass man nie auslernen kann. Das ist einfach was ganz Besonderes.

 

Wie sind Sie dazu gekommen, die 18 Bienenvölker bei Bien-Zenker zu betreuen?

Sperzel: Ich wurde von Bien Zenker eingeladen und nach einem kurzen Brainstorming war mir bewusst, dass sie es ernst meinen. Ich war einfach neugierig, wie das weiter geht, und habe mich bereit erklärt, das Bienen-Begegnungshaus mit meinen Bienenvölkern zu bestücken.

 

Was haben Sie gedacht, als Sie zum ersten Mal von dem Bienen-Begegnungshaus bei Bien-Zenker gehört haben?

Sperzel: Ich habe viele Menschen kennengelernt, die etwas für Bienen tun wollten. Nachhaltig ist bisher das Wenigste davon gewesen. Ich bin ehrlich, ich habe die Bien-Zenker Leute total unterschätzt. Was da alles bewegt wurde, ist einfach toll. Und es geht weiter!!!

 

Wie haben Sie die Entwicklung bis zum fertigen Haus, inklusive der eingezogenen Bienen, erlebt?

Sperzel: Bei der Entwicklung wurde stark auf meine Wünsche und Erfahrungen eingegangen. Der Bau war umwerfend! Ein tolles Team hat ein Musterbienenhaus in einer Präzision umgesetzt, die ihresgleichen sucht. Als wir dann die Bienen zum großen Einzug anlieferten, war das schon ein tolles Gefühl.

 

18 Bienenvölker klingen ja ganz schön viel. Betreuen Sie alle Bienen alleine, oder bekommen Sie da in den geschäftigsten Zeiten auch Hilfe?

Sperzel: Wie schon weiter oben rede ich immer in der Wir-Form. Wir sind ein Familienbetrieb und jeder hat seine Aufgaben. Zurzeit sind wir drei Imker und noch drei in der Ausbildung. Das Bienen-Begegnungshaus wird von meinem Sohn Steve und mir beimkert.

 

Wie können wir uns Ihren Arbeitsalltag vorstellen? Das Jahr über, aber auch nun in der eher ruhigen Zeit, in der die Bienen Winterpause machen? 

Sperzel: Die Imkerei hat ihre Hauptsaison von März bis August. Das bedeutet viel Arbeit in diesen Monaten. Im Spätsommer bis Herbst gilt es mehr zu beobachten, dass die Völker gesund bleiben. Dabei sind aber selten noch Eingriffe möglich. Der Winter dient zur Vorbereitung der nächsten Saison: alte Waben einschmelzen, neue Waben gießen, säubern der Gerätschaften sowie Rähmchen und Bienenkisten sowie die Vermarktung der Honigprodukte. Die Bienen selbst befinden sich in der kalten Zeit in einer Wintertraube und sollten da auch nicht mehr gestört werden.

 

Wie kommt das Bienen-Begegnungshaus bei den Besuchern an?

Sperzel: Ich selbst habe nur positives Feedback bekommen. Auch von Imkerkollegen, die dieses Projekt ebenfalls als einzigartig beschrieben haben.

 

Wie viele Besucher empfangen Sie so? Abgesehen von Hausbau-Interessenten, wer kommt Sie außerdem besuchen? 

Sperzel:  Ich habe schon viele Anfragen bekommen für die nächste Saison. Kindergärten, Schulen, aber auch Landfrauen sind sehr interessiert an dem Bienen-Begegnungshaus.

 

Wie bringen Sie den Besuchern das Leben der Bienen nahe?

Sperzel: In Gesprächen oder auch direkt bei den Bienen, das sollte man aber nur in der Hauptsaison tun, damit die Bienen keinem Stress ausgesetzt werden.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Sperzel: Dass wir alle Ideen zu einer besseren Bienenwelt zusammen umsetzen können. Wenn es unseren Bienen besser geht, merken auch wir das.

 

Herr Sperzel, vielen Dank und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Arbeit mit den Bien-Zenker Bienen.

Sperzel: Danke, dass ich ein Teil dieses Projektes sein darf.