Wie wir beim Besuch unseres neuen Partners Mellifera e.V. im Februar gelernt haben, sind Hobby-Imker sogar wichtiger als Berufsimker. Und zwar aus einem einfachen Grund: Sie sind viel mehr! Da sich das ökologische Bewusstsein geschärft hat, hat sich in den letzten Jahren ein großer Trend zum Hobby-Imkern entwickelt.

Der Deutsche Imkerbund freut sich über die Ernsthaftigkeit, die dahintersteckt. Denn vielen Hobby-Imkern geht es vorrangig um den Umweltaspekt – sie möchten mit ihrer Arbeit die Natur schützen. Der Verkauf von Honig ist hierbei meist zweitrangig.  Rund 80 Prozent der Bienenvölker stehen bei Hobby-Imkern, was zeigt, wie bedeutend die Hobby-Imkerei für Deutschland ist.

Somit leisten die Hobby-Imker einen enormen Beitrag für die lokale Natur und Landwirtschaft. Zahlreiche Pflanzen als auch der eigene Obst- und Gemüsegarten profitieren von der Bestäubung der Bienen. Weil Honigbienen in einem Bereich von drei Quadratkilometern Nektar und Pollen sammeln, haben auch die Nachbarn etwas davon.

Daher möchten wir Ihnen heute einmal einen Überblick verschaffen, wie man überhaupt Hobby-Imker werden kann!

 

Bienen bedeuten Verantwortung!

Auch wenn, wie der Name schon sagt, Hobby-Imkern ein Hobby ist: Sie tragen die Verantwortung für das Wohlergehen mehrerer tausend Lebewesen. Daher ist eine sorgsame Vorbereitung und Einarbeitung vonnöten, um den Honigbienen gerecht zu werden.

Quelle: Mellifera e. V.

 

Was sind die Voraussetzungen, Imker zu werden?

Also, zunächst einmal sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Fühle ich mich in der Natur wohl und habe keine Angst vor krabbelnden Tieren?
  • Vertrage ich Bienenstiche (auf Bienengiftallergie beim Allergologen testen lassen)?
  • Habe ich die nötige Zeit und kann sie teilweise auch frei einteilen?
  • Bleibe ich in den nächsten Jahren dem Standort treu?
  • Toleriert meine Familie mein Hobby oder hilft sie im besten Fall auch mal mit?
  • Kann ich die notwendigen Anfangsinvestitionen tätigen?
  • Kann ich mit Enttäuschungen umgehen?

All das können Sie mit Ja beantworten? Prima, dann sind die Grundvoraussetzungen erfüllt!

 

Wie viel Aufwand bedeutet Hobby-Imkern?

Zu Beginn Ihrer Imkertätigkeit brauchen Sie natürlich viel Zeit, um alles zu erlernen. Sie benötigen für die Handgriffe länger als ein erfahrener Imker. Doch nach einiger Zeit stellt sich die Routine ein und Sie haben die Sache im Griff.

Im Frühling und im Sommer müssen Sie regelmäßig die Beuten (Bienenkästen) und Vorräte, das Verhalten der Bienen sowie die Tracht und das Wetter beobachten und kontrollieren. Mit Tracht ist in den meisten Fällen eine Futterquelle gemeint, sprich, eine bestimmte Pflanzenart oder Honigtauquelle, die Nektar oder Pollen liefert.

Hierfür besuchen Sie am besten ein- bis zweimal pro Woche die Völker. Somit ist in der Hauptsaison von April bis August am meisten zu tun. Im Winter wiederum passiert bei den Völkern nicht viel. Hier reicht in der Regel ein Kontrollgang einmal im Monat. Am meisten Zeit benötigen Imker für die Honigernte, die in der Regel in der zweiten Julihälfte stattfindet.

Es ist pauschal schwer zu sagen, mit wie viel Stunden Sie pro Jahr rechnen müssen. Tatsächlich kommt es hier ganz drauf an, wie viel Imkerei Sie selber möchten!

 

Wie wird man Hobby-Imker?

Sie können in örtlichen Imkervereinen Hilfe bekommen und hier in Einsteigerkursen die ersten Handgriffe erlernen. Oft wird Jungimkern zusätzlich die ersten Jahre ein Pate zur Seite gestellt. Es ist also für Neuimker auf jeden Fall empfehlenswert, in einen Verein einzutreten. Als Anlaufstelle für erste Informationen sind die Landesimkerverbände und natürlich der Deutsche Imkerbund erreichbar. Dieser gibt auch eine Übersicht mit allen deutschen Imker- und Landesverbänden und Aus- und Fortbildung für Freizeitimker.

Auch unser Partner Mellifera e.V. bietet einen Praxiskurs an.

Weitere Veranstaltungen rund um die Imkerei gibt es hier.

Auch gibt es in ganz Deutschland verteilt Mellifera-Regionalgruppen, welche Jungimkern gerne zur Seite stehen.

Außerdem haben wir hier einige Buchtipps rund ums Imkern für Sie herausgesucht:

 

Welche Ausrüstung braucht man zum Imkern?

Das Wichtigste am Anfang für einen Neuimker sind Werkzeuge, Schutzkleidung, ein Heim für die Bienen und natürlich Bienen. Hier eine detaillierte Übersicht:

  • Werkzeuge: Stockmeißel, Abkehrbesen und Rauchgerät
  • Schutzkleidung: Einen Imkeranzug mit Schleier aus dem typischen weißen groben Stoff (Bienen lassen sich nämlich eher auf dunklen Stoffen nieder). Jacke und Hose sollten am Bund eng anliegen,
  • Einen Bienenkasten, auch Beute genannt.
  • Bienen: Meist startet man als Hobby-Imker mit zwei bis drei Völkern.
  • Später kommt dann eventuell auch eine Honigschleuder dazu.

Wer mit zwei Bienenvölkern beginnt, kommt in der Regel mit einem Startkapital unter 1000 Euro aus. Die meisten Hobby-Imker schaffen sich ihr Zubehör jedoch nach und nach an und kaufen viele Dinge auch gebraucht, z.B. über Kontakte in ihrem Imkerverein.

Später kommen dann Geräte zur Honigproduktion, wie eine Honigschleuder und weiteres Zubehör, dazu. Dies bedeutet noch einmal eine Investition von knapp 500 bis 600 Euro. Allerdings können sich Anfänger diese Geräte meist von einem Kollegen leihen. In manchen Bundesländern gibt es auch finanzielle Zuschüsse, wenn jemand mit der Imkerei anfängt.

 

Was ist noch zu beachten?

Bienen lassen sich domestizieren, aber niemals zähmen. Daher sollten Sie die Anschaffung eines großen Bienenvolkes immer vorab mit Ihren Nachbarn abklären. Auch müssen Sie sich eine Erlaubnis des Grundstückbesitzers holen und die geplante Bienenhaltung beim örtlichen Veterinäramt anmelden. Melden Sie außerdem Ihrer Haftpflichtversicherung die Bienenhaltung und klären Sie, ob diese kostenfrei mitversichert ist. Falls nicht, kann entweder die Haftpflichtversicherung aufgestockt oder eine spezielle Zusatz-Versicherung für Imker abgeschlossen werden. Übrigens: Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein schließt übrigens i.d.R. eine Versicherung mit ein, die sogar Diebstahl und Vandalismus mit abdeckt.

Wenn das alles geregelt ist, können Sie Bienen auch im eigenen Garten, oder sogar auf dem Balkon halten. Sarah Bude, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei Mellifera, erklärt: „Generell sollte man darauf achten, dass nahe am Flugloch kein frequentierter Bürgersteig lang führt o.ä., um Passanten und Nachbarn nicht zu sehr zu stören.“

Was den Nachmittagskuchen oder das Grillfleisch betrifft, da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen – nur Wespen sind an unserem leckeren Essen interessiert. Ebenso wenig fliegen Honigbienen gerne vom hellen Tageslicht in die meist dunkleren Wohnungen. Damit sie sich nicht doch einmal ins Wohnhaus verirren, können Sie die Fenster beispielsweise mit Fliegenschutzgittern ausstatten.

 

Wie komme ich an die Bienen?

In örtlichen Imkervereinen können Sie nicht nur an Einsteigerkursen teilnehmen, sondern auch Ihr erstes Bienenvolk beziehen. Häufig ist es sogar so, dass Neuimkern ein Volk geschenkt wird.

Die beste Jahreszeit, um sich Bienen anzuschaffen, ist das Frühjahr. „Im Mai, wenn die Völker sich vermehren wollen, kann man gut einen Ableger bekommen“, sagt Werner Mühlen, Experte für Bienenkunde bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (Welt.de). Somit beginnt für den frisch gebackenen Bienenhalter sofort die Hauptsaison.

 

So, nun wissen Sie im Groben was es heißt, Hobby-Imker zu werden. Haben Sie Lust bekommen? Oder wäre es Ihnen zu aufwendig? Wir sind sicher, dass der eine oder andere unter Ihnen auf den Geschmack gekommen ist. Denn wäre es nicht schön, selber der Natur etwas Gutes zu tun und das Pflanzenwachstum in der eigenen Umgebung anzukurbeln? Aber natürlich auch, seinen selbst produzierten Honig zu vernaschen? Eben!

 

Quellen:

Bee-careful.com
Bienenjournal.de
Bienenkiste.de
Die-Honigmacher.de
Heimwerker.de
Imkerpate.de
Mellifera.de