Bienen sind in der Regel schwarz und gelb. Bienen sind ganz fleißige Tierchen und produzieren Honig. Okay, zumindest die Honigbienen. Und dann gibt es auch noch Wildbienen. Außerdem sind Bienen extremst wichtig für das gesamte ökologische System und somit auch für uns Menschen. Das haben spätestens jetzt alle mitbekommen, seitdem deutlich wurde, wie stark die Bienen vom Aussterben bedroht sind.

Aber das war’s doch auch schon, was die meisten über Bienen wissen, es sei denn, man ist Imker oder Biologieexperte. Das wollen wir ändern und stellen die populärsten Honig- und Wildbienen vor.

 

Diese Honigbienen gibt es!

Die Gattung der Honigbiene ist in neun Arten unterteilt:

  1. Kliffhonigbiene (Vorkommen: Himalaya)
  2. Riesenhonigbiene (Vorkommen: Indien, Südostasien, Borneo, Sri Lanka)
  3. Westliche Honigbiene oder Europäische Honigbiene (Vorkommen: ursprünglich Europa, Afrika, Naher Osten; inzwischen weltweit verbreitet.)
  4. Asiatische Rote Honigbiene oder Rote Honigbiene (Vorkommen: Borneo)
  5. Apis nigrocincta (Vorkommen: Sulawesi, Mindanao)
  6. Asiatische Bergbiene (Vorkommen: Malaysia, Borneo)
  7. Östliche Honigbiene oder Asiatische Honigbiene (Vorkommen: Indien, Sri Lanka, Südostasien, Borneo, Japan)
  8. Zwerghonigbiene (Vorkommen: Südostasien, persischer Golf, Sri Lanka)
  9. Zwergbuschbiene oder Buschhonigbiene (Vorkommen: Südostasien, Borneo)

 

Westliche Honigbiene oder Europäische Honigbiene

Schauen wir uns einmal die für uns naheliegendste Biene an: die Westliche oder Europäische Honigbiene. Der lateinische Name Apis mellifera Linnaeus heißt übersetzt „die Honigtragende“. Diese ist wiederum unterteilt in mehrere Unterarten bzw. zur imkerlichen Verwendung spricht man von Rassen. Die mit am meisten verbreiteten Rassen in der Imkerei sind Carnica, Buckfast, die Dunkle Europäische Biene und Ligustica.

 

Carnica

Die Kärntner oder Krainer Biene (Apis mellifera carnica) ist eine natürlich entstandene Rasse der Westlichen Honigbiene. Sie wird schlicht Carnica genannt und ist eine der wichtigsten Rassen der Bienenzucht; in Deutschland ist sie die beliebteste, in Wien, Niederösterreich und Kärnten ist sie in der Haltung sogar die einzige zulässige Rasse.

Der Körper der Carnica ist grau bis leicht bräunlich behaart, ansonsten ist er wie bei den meisten Bienen mit dunklen Ringen versehen. Bei älteren Bienen ist das Haarkleid abgewetzt, was ihnen ein dunkleres Aussehen verleiht.

Nach der Eiszeit kam die Carnica über die Türkei nach Südosteuropa bis Österreich. Durch Zucht und Selektion wurde diese Rasse in den letzten Jahrzehnten zu einer sanftmütigen und fleißigen Biene. Gründe für den Vormarsch der Carnica sind ihre größere Volksstärke und ihr zeitiges Brüten im Frühjahr, was zu sehr hohen Honig-Erträgen führt.

 

Buckfast

Nach der Carnica ist die Buckfast die beliebteste Westliche Honigbiene. Sie ist die einzige Rasse, die durch Zucht entstanden ist. Im Jahre 1913 wurde die ursprünglich auf den britischen Inseln beheimatete Dunkle Europäische Biene durch die Tracheenmilbe fast komplett ausgerottet. Daraufhin hat Bruder Adam im englischen Kloster Buckfast die italienische Biene mit Drohnen der einheimischen dunklen Biene gekreuzt. Dabei heraus kam die Buckfast. Diese wurde im Laufe der Zeit aufgrund ihrer hohen Honigleistung, großen Volksstärke und vor allem enormen Krankheitsresistenz unter Imkern immer beliebter.

 

Ligustica

Die Ligustica (Apis mellifica ligustica), oder Italienische Biene, ist eine natürlich entstandene Rasse der Westlichen Honigbiene. Sie verbreitete sich über Tunesien und Sizilien über den italienischen Raum und ist mehr für Blüten- als für Waldtracht geeignet.

Die Farbe der Ligustica ist Gelb, variierend zwischen zitronengelb und lederbraun. Sie gilt als beste Sammlerin von Blütenhonigen und ist die weltweit am häufigste gehaltene Honigbiene. Dennoch konnte sie sich bisher in Deutschland nicht durchsetzen und es wurden auch keine Bemühungen gestartet, sie auf deutsche Verhältnisse anzupassen.

 

Die Dunkle Europäische Biene

Die Dunkle Europäische Biene hat von allen Unterarten der Westlichen Honigbiene den längsten und breitesten Körper. Ihr Hinterleib ist auffällig rund, die Überhaare sind lang. Bereits seit der Eiszeit vor 10.000 Jahren ist Dunkle Europäische Biene in unseren Gefilden beheimatet. Allerdings begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre Verdrängung in Europa: Die Einführung anderer Bienenrassen wie der Ligustica, später der Carnica, führte zu ihrer fast vollständigen Ausrottung.

Die Dunkle Biene besitzt eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft gegenüber Eindringlingen, eine hohe Langlebigkeit, eine ausgeprägte Flugkraft, einen haushälterischen Umgang mit Futtervorräten und eine große Schwarmträgheit. Daher ist es sehr wichtig, sie bzw. ihr Genmaterial zu erhalten.

 

Diese Wildbienen gibt es!

In Deutschland gibt es circa sage und schreibe 570 Wildbienenarten! Zu den bekanntesten gehören: Blattschneiderbiene, Deutsche Wespe, Feld-Blattwespe, Garten-Wollbiene, Gartenhummel, Holzbiene, Hornisse, Mauerbiene, Seidenbiene und die Wiesenhummel. Einige davon stellen wir etwas näher vor.

 

Deutsche Wespe

Die Deutsche Wespe (Vespula Germanica) bevorzugt versteckte, höhlenartige Standorte zum Nestbau. Anders als die meisten glauben, ist die Deutsche Wespe nicht besonders aggressiv. Sie sticht nur zu, wenn sie sich oder ihre Brut bedroht sieht. Nur für Allergiker birgt ein Wespenstich eine ernsthafte Gefahr, für alle anderen ist er „nur“ recht schmerzhaft. Das Problem ist, dass die Deutsche Wespe ihren Appetit auf Grillfleisch, süße Getränke und Kuchen nur schwer zügeln kann und uns somit nun im Sommer oft „in die Quere“ kommt.

 

Gartenhummel

Die Gartenhummel (Bombus hortorum) trägt an der Vorder- und Hinterkante des Brustkorbs jeweils eine goldgelbe Binde mit einem breiten schwarzen Bereich dazwischen. Sie kommt in ganz Europa vor. Ihr Lebensraum sind Waldränder, (Streuobst-) Wiesen, Dämme, Gärten und Parkanlagen. Die nestsuchenden Königinnen können von März bis Mitte Mai beobachtet werden, die Arbeiterinnen von Anfang Mai bis Ende Juli.

 

Holzbiene

Auch die Holzbiene (Xylocopan) gehört zur Familie der echten Bienen, wird aber aufgrund ihrer Größe und Farbe häufig für eine schwarze Hornisse gehalten. Sie ist völlig harmlos und sticht nur in äußerster Gefahr, genauso wie Hornissen.

Die Form ihres Körpers ähnelt dem der Hummel, allerdings ist die Holzbiene schwarz behaart und ihre Flügel schimmern bei Lichteinfall violett. Mit einer Körperlänge von bis zu drei Zentimetern ist sie die größte Bienenart in Deutschland. Die Holzbiene ist weltweit verbreitet, liebt allerdings die Wärme und kommt darum hauptsächlich in den Tropen und Subtropen vor. Bei uns tritt sie im Spätsommer in Erscheinung und überwintert in geschützten Verstecken.

 

Mauerbiene

Hier gilt der Name doppelt: Diese Bienen „mauern“ ihre Nistzellen, und sie nisten unter anderem in Mauern. Sie ist neun bis 14 Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf, der bei den Weibchen schwarz, bei den Männchen weiß behaart ist. Ihr Körper ist rötlich-braun, der Pelz dient dazu, die Pollen aus den Blüten zu bürsten.

Sie sehen also, wie unglaublich zahlreich die Bienenarten sind! Wir sind mächtig stolz, seit diesem Frühjahr im Rahmen unserer Initiative „Bienen schützen – Zukunft sichern“ das Bienen-Begegnungshaus auf dem Bien-Zenker Werksgelände zu haben. Die hier insgesamt 18 Völker der Rasse Carnica werden bald rund eine Million Bienen zählen! Kommen Sie uns und die Bienen gerne einmal besuchen!

 

Quellen:
Bienenschade.de
Imkerpate.de
Mellifera.de
Planet-wissen.de
Wespen-Ratgeber.de
Wildbienen.de
Wikipedia.org