Wie läuft bei Bien-Zenker die Produktentwicklung? Wer arbeitet mit wem zusammen? Und wird es in Zukunft vielleicht auch mal Häuser in Kugelform geben? Wir sprachen darüber mit Matthias Kauck, Chefproduktentwickler im Unternehmen.
 
Name: Matthias Kauck
Alter: 45
Ausbildung: staatlich geprüfter Hochbautechniker
Tätigkeitsbeschreibung: Leiter Produktentwicklung
 


Herr Kauck, was hat man als Produktentwickler im Bereich Fertighaus denn so zu tun?

Kauck: Wo die Reise bei der Entwicklung eines Hauses oder - wie bei uns - bei einer ganzen Hausserie hingeht, dass bestimmt Vertrieb und teilweise auch das Marketing. Sie wissen am besten, was der Markt gerade beziehungsweise in Zukunft fordert. Anhand dieses Anforderungsprofils betreffend Hausgröße, Raumprogramm und so weiter, entwickelt das Team der Produktentwicklung erste Ideen, die wir dann mit den Vertriebsgeschäftsführern besprechen.


Wie viele Leute arbeiten in der Produktentwicklung bei Bien-Zenker?

Kauck: Drei Vollzeitkräfte und eine Teilzeitkraft. Und die Bauzeichner-Azubis, die ja rollierend durch unsere drei Ausbildungsabteilungen wechseln, werden in die Entwicklungsprozesse mit eingebunden.


Reicht Ihnen die Freiheit, die Sie bei der Produktentwicklung haben beziehungsweise gibt es für ihr Tun irgendwelche vorgegebenen Grenzen?

Kauck: Klar dürfen wir abgefahrene Ideen in die Entwicklung mit einbringen, denn nur so entstehen neue Dinge. Allerdings müssen diese Ideen in einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis stehen und sie werden immer an das Anforderungsprofil der betreffenden Hausserie angepasst. Und: Wir profitieren auch von Ideen, die unser Chefarchitekt Heiko Müller für Musterhäuser entwickelt.

Wie sehr wird Ihre Arbeit auch von außen bestimmt? Beispielsweise von gesetzgeberischen oder normativen Neuheiten…

Kauck: Natürlich halten wir uns an die Baugesetze, jedoch sind in manchen Punkten die Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer so unterschiedlich, dass bei einer Neuentwicklung nicht jede kleinste Kleinigkeit berücksichtigt werden kann.


Wie intensiv arbeiten sie mit anderen Bereichen oder Abteilungen bei Bien-Zenker zusammen?

Kauck: Sehr intensiv! Alle neu entwickelten Häuser beziehungsweise Hausserien und deren Varianten werden im Entwicklungsprozess durch die Fachabteilungen Haustechnik, Statik und Konstruktion geprüft. Ebenso ist auch die Kalkulation frühzeitig in Neuentwicklungen eingebunden.


Welche Eigenentwicklung hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Kauck: Puh, das ist schwer zu sagen, da jede Entwicklung mit anderen Voraussetzungen startet. Somit ist alles Neue spannend. Was aber wirklich riesig Spaß gemacht hat und derzeit noch Spaß macht, sind die beiden Azubi-Projekte, die ich begleitet habe und derzeit noch begleite. Zum einen war das die Entwicklung zum Bau eines Insektenhotels, zum anderen ist es aktuell das Azubi-Projekt „Musterhaus-Modellbau“.


Was zeichnet Bien-Zenker Häuser aus Ihrer Sicht besonders aus?

Kauck: Wir haben bei Bien-Zenker ein wirklich sehr großes Portfolio. Ich gehe davon aus, dass hier für jeden Kundengeschmack das Passende zu finden ist. Weiterhin verwenden wir in der Produktion nur zertifizierte, geprüfte Baustoffe und können unseren Kunden alle Häuser mit der DGNB-Nachhaltigkeitszertifizierung in Gold anbieten.



Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Kauck: Wie gesagt stehen wir in engem Kontakt mit unserem leitenden Architekten, darüber hinaus sind das Internet und Fachzeitschriften für uns hilfreich. Ab und an ergeben sich auch aus frei geplanten Kundenhäusern Ideen, die wir für Neuentwicklungen abwandeln und verwenden können.


Muss aus Ihrer Sicht das Produkt Fertighaus wieder einfacher werden, oder preiswerter?

Kauck: Meines Erachtens liegt es nicht ´mal unbedingt an dem Produkt Fertighaus, als vielmehr an den immer schärfer werden Bauvorschriften und Richtlinien. Beispiel: Immer größer werdende haustechnische Anlagen und Geräte, die einen bestimmten Platzbedarf für Montage, Wartung, Sicherheitsabstände brauchen, benötigen eben auch einen immer größeren Technikraum. Damit verbunden erhöht sich das Raumvolumen und die benötigte Hausgrundfläche, was sich natürlich im Preis widerspiegelt.


In welche Richtung oder Richtungen wird die Entwicklung von Fertighäusern gehen?

Kauck: Die aktuelle Marktlage zeigt ja, dass der Anteil an Fertighäusern stetig zunimmt. Ich gehe davon aus, dass das auf die Jahre gesehen auch weiterhin so sein wird, da ein Fertighaus in ein bis zwei Tagen fertig steht und alle weiteren Arbeiten im Trockenen vollzogen werden können. Die kurze Aufbauzeit begeistert auch immer wieder die Kunden, mit denen ich beispielsweise bei meinen Besuchen mit den Azubis auf Baustellen immer wieder ins Gespräch komme.


Letzte Frage: Wird es irgendwann auch Fertighäuser in Kugel- oder Zylinderform geben?

Kauck: Wenn es der Markt verlangt, werden wir uns auch mit dieser Thematik beschäftigen. Aktuell sind wir aber mit unseren runden Erkern, genannt Circle Wall, einigen Mitbewerbern schon weit voraus.