4 einfache Empfehlungen für umweltbewusstes Handeln.

Machen wir uns nichts vor – ohne Christbaum wäre Weihnachten nur halb so schön. Doch plagt Sie auch hin und wieder das schlechte Gewissen? Immerhin kauft man sich den Baum kurz vor Weihnachten, um ihn für wenige Tage prachtvoll zu schmücken und in den meisten Fällen hinterher direkt wieder wegzuwerfen. Das ist nicht nur verschwenderisch, sondern bringt auch noch weitere Faktoren mit sich, die nicht für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt sprechen. In den letzten Jahren haben sich aus dieser Misere allerdings Geschäftsmodelle entwickelt, die Sie in Betracht ziehen können und damit der Natur und so auch sich selbst einen Gefallen tun.

Wichtig ist allemal, dass Sie darauf achten, woher der Baum stammt, ob er frei von Pestiziden ist und fachmännisch auf das kurzweilige Leben im Wohnzimmer vorbereitet wurde. Viele der angebotenen Bäume werden in für die Umwelt nicht förderlichen Monokulturen herangezogen, mit verschiedenen Chemikalien behandelt, falsch geschlagen oder verpflanzt und zudem nicht ausreichend mit Wasser versorgt. Zudem stammen einige aus dem Ausland, womit sich die Transportwege schlecht auf die Ökobilanz auswirken und auch andere Bedingungen zur Aufzucht und dem Fällen nicht immer so transparent bzw. im Sinne eines nachhaltigen Umgangs sind.

 

Alles öko oder was!? – zertifizierte Christbäume.

Ökologische Weihnachtsbäume sind solche, die von Betrieben stammen, welche nach den Kriterien des ökologisch ausgerichteten Waldbaus oder des ökologischen Landbaus handeln und von unabhängigen Institutionen zertifiziert werden. Die Ökobilanz eines solchen Baumes ist dementsprechend positiv, vor allem in Relation zu einem nicht zertifizierten Baum. Die Verwendung von Düngemitteln, Pestiziden, Kriterien zur Anbaukultur und Logistik zählen mit in die Bewertung hinein. Egal also für welche der nachfolgenden Varianten Sie sich entscheiden, ein zertifizierter Baum ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der NABU verweist hierbei auf die Aktionsgemeinschaft RobinWood, die eine detaillierte Liste mit deutschlandweiten Anbietern solcher Bäume zusammengestellt hat.

 

„Tree Sharing“ – der Baum zum Mieten.

Die Idee ist gar nicht so abwegig. Schließlich teilt man sich heute sogar schon das Auto und mit Plattformen wie Airbnb und Co. nehmen unkomplizierte Vermietungsmodelle einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Seit einigen Jahren ist die Idee, einen Christbaum zu mieten, vor allen in Nachbarländern zu einer innovativen Geschäftspraxis herangereift. Hier in Deutschland gibt es mittlerweile auch Anbieter, die Bäume in Töpfen für eine gewisse Dauer verleihen und in Leerzeiten weiter im Topf heranziehen oder wieder einpflanzen, bis sie das nächste Mal für das heimische Wohnzimmer gebraucht werden. Fündig werden Sie häufig in Baumschulen, Förstereien oder Gärtnereien, wobei Sie trotzdem ein Auge auf die vorher erwähnten ökologischen Kriterien haben sollten.

 

Mehr als nur ein kurzes Leben – Bäume im Topf.

Bäume im Topf können Sie mieten, aber auch kaufen und somit bei richtiger Pflege Jahr für Jahr wieder verwenden. Auch hier wird der Kauf bei einem Fachmann empfohlen, denn häufig werden günstige Topf-Bäume viel zu kurz an den Wurzeln abgeschnitten und verenden früher als es Ihnen lieb ist.

Tipps für geliehene oder gekaufte Topf-Bäume: Achten Sie in jedem Falle darauf, dass der Baum langsam an die Temperatur im Haus gewöhnt wird und insgesamt nicht länger als 10 Tage im Warmen verbringt. Nadelbäumen sieht man nicht an, dass sie schnell austrocknen, da die Nadeln immer noch saftig grün aussehen und sich länger halten als der Baum lebt. Darum ist es sehr wichtig, dass Sie den Baum stets regelmäßig gießen, am besten alle zwei Tage und zusätzlich die Nadeln täglich mit einem Wassersprüher einnebeln. Wenn Sie den Baum nach der Weihnachtszeit wieder nach draußen bringen oder dieser vom Vermieter abgeholt wird, ist auch hier der plötzliche Temperaturabfall riskant, denn der Baum hat sich dank warmem Raumklima auf Frühling eingestellt. Gewöhnen Sie ihn also langsam an die Kälte. Möchten Sie ihn in den Garten pflanzen, sollte er nicht höher als 1,20 Meter sein, da er dann besser anwächst und die Überlebenschance deutlich höher ist.

 

Nah und gut – Christbäume aus heimischen Wäldern.

Ein Pluspunkt ist, wenn Sie neben den bereits erwähnten Tipps noch darauf achten, dass der Baum aus regionalem Anbau stammt. Unnötig lange Transportwege sind damit ausgeschlossen und man erhält vor Ort einen Einblick sowie Informationen zum Verkauf. So kann man optimaler abwägen wie gearbeitet wird und mit gutem Gewissen dort einkaufen oder sogar einen Baum für die Festtage ausleihen. ?

 

 

In diesem Sinne: Auf eine frohe Weihnachtszeit, die Sie mit gutem Gewissen und nachhaltigem Weihnachtsbaum genießen können!

 

 

Quellen:

www.robinwood.de

www.utopia.de

www.nabu.de

www.oekoblog.info

 

Bild: istock.com | DmitriiSimakov