Fertighäuser werden, wie der Name schon sagt, im Werk vorgefertigt. Auf der Baustelle werden sie dann in kürzester Zeit aus den produzierten Elementen millimetergenau montiert. Wir fragten den Technikleiter von Bien-Zenker,  wie dieser Prozess genau vor sich geht.

 

Name: René Honrath
Alter: 44
Ausbildung: Holzingenieur
Tätigkeitsbeschreibung: Geschäftsbereichsleitung Technik
 

Herr Honrath, wie kann man sich das vorstellen: Die Baufamilie hat sich für alle Hausbestandteile entschieden, wie wird das Haus dann im Bien-Zenker Werk hergestellt?

Honrath: Nachdem alle Konstruktionsunterlagen für die Produktion erstellt sind, erfolgt die Bearbeitung von Hölzern und Holzwerkstoffplatten, welche die Basis für die Wand-, Dach- und Deckenelemente bilden. Das läuft komplett maschinell über sogenannte Abbundanlagen und Plattenbearbeitungsmaschinen. Dann wird das Holzrahmenwerk für die Wände zusammengebaut und darauf befestigt man die Wandbeplankungen. Anschließend erfolgt das Einbringen der Wärmedämmung in die Wand und ebenfalls von Hand wird auf der Außenseite der Wände das Wärmedämmverbundsystem aufgebracht. Der nächste Produktionsschritt ist der Einbau von Fenstern, Fensterbänken, Türen und Rollläden. Dann wird der Grundputz aufgetragen. Anschließend folgt die Qualitätsprüfung der Wandelemente.

 

Und wie funktioniert das Ganze bei Decken- und Dachelementen?

Honrath: Die Produktion der Decken- und Dachelemente erfolgt in ähnlicher Form. Anschließend gibt´s die Qualitätsprüfung der Dach- und Deckenelemente direkt in den Produktionshallen.

 

Wie lange dauert der gesamte Produktionsprozess eines Hauses?

Honrath: Bei uns werden im Werk pro Tag bis zu vier Häuser vorgefertigt.

 

Wie lange vor dem Hausaufstelltermin werden die Häuser vorgefertigt?

Honrath: Die Häuser werden bedarfsorientiert zwischen zwei und vier Tagen vor der Rohbaumontage produziert.

 

Endlich ist der ersehnte Hausaufstelltermin: Was genau passiert nun in welcher Reihenfolge?

Honrath: Der Montagetrupp vor Ort beginnt mit dem Einmessen und Vorbereiten der vorbetonierten Bodenplatte beziehungsweise der Kellerdecke. Dann setzen sie mit Hilfe eines Autokrans die Erdgeschosswände, und im nächsten Schritt legen sie darauf die Deckenelemente. Es folgen danach die Erdgeschosstreppe und die Dachgeschosswände. Wenn die Zwischendecke verlegt ist, montieren die Monteure die Firstpfette, die Kehlbalken und am Ende die Dachelemente, die samt Sparren und Dämmung bereits vorgefertigt wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist das Haus schon regensicher; in der Regel ist das der erste oder zweite Aufstelltag. Jetzt muss nur noch das Dach eingedeckt, sprich die Dachsteine gesetzt werden.

 

Wie werden Vorfertigung und Hausmontage überwacht, damit die Qualität gewährleistet ist?

Honrath: Im Werk kontrollieren die Qualitätssicherungs-Mitarbeiter die fachgerechte Ausführung, auf der Baustelle macht das der Bauleiter. Darüber hinaus erfolgen regelmäßig Baustellenaudits durch die Bien-Zenker Qualitätssicherungsabteilung. Damit tragen alle unsere Häuser die beiden offiziellen RAL-Gütezeichen für die Produktion und Montage. Und bei jedem Kundenhaus von Bien-Zenker wird per sogenanntem Blower-Door-Test die geforderte Dichtheit der Gebäudehülle überprüft und dokumentiert. Außerdem sind wir Mitglied in der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF), das bedeutet: Wir halten auch sämtliche Selbstverpflichtungen der QDF hinsichtlich der Qualität ein, die zum Teil deutlich über gesetzliche und normative Vorgaben hinausgehen.

 

Was genau bedeuten diese RAL-Gütezeichen? 

Honrath: Da zitiere ich doch einfach mal von der Website des RAL-Instituts: „RAL Gütezeichen kennzeichnen Produkte und Dienstleistungen, die Unternehmen nach hohen, genau festgelegten Qualitätskriterien herstellen bzw. anbieten. RAL legt für jede Produkt- und Leistungsgruppe die Anforderungen für das jeweilige Gütezeichen in einem Anerkennungsverfahren fest.“

 

Was haben die Bauherren von dem Prozess der Vorfertigung?

Honrath: Die Vorfertigung stellt für den Kunden eine qualitativ hochwertige, kontrollierte Bauausführung sicher. Durch die Vormontage von sogenannten Sanitärblöcken in den Wänden, Elektroleitungen in Außenwänden und die Verlegung von haustechnischen Leitungen in Montageschächten wird – im Unterschied zur aufwendigen Montage auf der Baustelle – bereits im Produktionswerk eine korrekte Ausführung sichergestellt.

Des Weiteren reduzieren sich die Montagezeiten und Witterungsaspekte auf der Baustelle auf ein Minimum. Die Gebäudehülle ist durch die Vorfertigung des Wärmedämmverbundsystems, der fertig eingebauten Fenster, Rollläden, Dachfolien und Dachlattungen innerhalb kürzester Zeit regensicher. Und wie gesagt bestätigen die RAL-Zeichen die korrekte Ausführung des hochwertigen Hauses. Unterm Strich verkürzt sich die Bauzeit enorm, sodass der Kunde schneller in sein eigenes Traumhaus einziehen kann und die Bauzeitzinsen reduziert werden können.

 

Herr Honrath, vielen Dank, dass Sie unseren Lesern erklärt haben, wie ein Bien-Zenker Haus entsteht!